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Der Sonntagsbrunnen in Lauterbach – ein Wahrzeichen ohne Wasser

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Der Sonntagsbrunnen in Lauterbach ist das bekannte Wahrzeichen der Gemeinde und seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Ortsidentität.
Der Name „Sonntagsbrunnen“ geht auf die Pestzeit zurück. Nach der Überlieferung trafen sich die Lauterbacherinnen und Lauterbacher während der Pestepidemie um 1635 (in einigen Darstellungen auch im Kontext von 1680) jeden Sonntag am Brunnen, um zu sehen, wer die vergangene Woche überlebt hatte. Der Brunnen wurde so zum Ort der Gemeinschaft, der Hoffnung und des gemeinsamen Durchhaltens in einer extremen Krisenzeit.
Diese Geschichte ist so prägend, dass der Brunnen auch ins Gemeindewappen aufgenommen wurde und bis heute als zentrales Symbol Lauterbachs gilt. In der Ortschronik wird betont, dass der Sonntagsbrunnen selbst in sehr trockenen Sommern – etwa 1874 und 1904 – nie versiegt sei und mit „überaus starkem Strahl“ weiter gesprudelt habe.
Wenn selbst ein Brunnen, der in der Chronik als „in Zeiten extremer Trockenheit nie versiegt“ beschrieben wird, trockenfällt, ist das ein sehr deutliches Anzeichen dafür, dass sich die Rahmenbedingungen für den Wasserhaushalt grundlegend verändert haben.
Der trockene Sonntagsbrunnen ist mehr als ein lokales Kuriosum. Er ist ein greifbares Symbol dafür, dass Wasser – trotz aller Technik und Infrastruktur – keine selbstverständliche, unerschöpfliche Ressource ist. 
Das sollte uns alle dazu bringen, die Ressourcen dieser Erde bewusster zu schätzen.
Der Sonntagsbrunnen hat die Menschen in Lauterbach einst in der Pest zusammengeführt. Heute kann er – auch wenn er aktuell kein Wasser mehr führt – als Mahnmal dienen: Er erinnert daran, dass Gemeinschaft und Verantwortung gerade dann zählen, wenn die natürlichen Grundlagen unseres Lebens unter Druck geraten.